Riester-Rente: Das Missverständnis clever beenden
Was machen mit der Riester-Rente?
Die Riester-Rente begleitet viele Jahre und entfaltet oft ungenutztes Potenzial. Beiträge fließen, Förderungen wirken – doch es gibt Wege, die Rendite deutlich zu steigern.
Ich habe meine Riester-Rente genau unter die Lupe genommen: Verrentung, teilweise Kapitalentnahme, sofortiger Ausstieg oder gezielter Ausstieg zu einem optimalen Zeitpunkt. Jede Entscheidung verändert Förderung, Steuern und Auszahlung spürbar.
Parallel habe ich die Riester-Rente mit einem ETF-Depot verglichen, das als Altersvorsorge dient. Dabei zeigt sich, wie sich Timing, Förderungen und Steuerstrategie nutzen lassen, um ein besseres Nettoergebnis zu erzielen.
Mit der richtigen Strategie lässt sich aus der Riester-Rente mehr herausholen, als viele denken. Förderungen entfalten volle Wirkung, Steuern können optimiert werden, und der Zeitpunkt wird zum entscheidenden Hebel.
In diesem Beitrag erfährst du, wie du deine Riester-Rente clever beendest, welche Optionen echte Chancen bieten und wie du vorhandenes Kapital maximal einsetzt.
Riester-Rente clever beenden - Welche Wege gibt es?
Es gibt mehrere Wege, die Riester-Rente clever zu beenden. Je nach Lebenslage, Einkommen und Vertragsart stehen unterschiedliche Optionen offen. Du kannst den Vertrag klassisch bis zum Rentenbeginn fortführen und dann verrenten lassen. Alternativ lässt sich bei Rentenstart bis zu 30 % des Kapitals einmalig auszahlen. Wer möchte, kann den gesamten Vertrag kündigen – sofort oder gezielt zu einem späteren Zeitpunkt.
Das Behalten des Vertrags eignet sich besonders für Menschen mit geringer Rente. Ein aktiver Ausstieg kann dagegen lohnender sein: Durch das Timing der Kündigung lassen sich Steuern optimieren und staatliche Vorteile gezielt nutzen.
Wie funktioniert die sofortige Kündigung der Riester-Rente?
Du kannst deine Riester-Rente jederzeit kündigen – auch mitten in der Ansparphase. Dabei behältst du das bisher angesparte Vertragsguthaben, das du dir auszahlen lassen kannst. Gleichzeitig fallen die staatlichen Zulagen und die steuerlichen Vergünstigungen zurück an das Finanzamt, die du bisher erhalten hast. Einige Anbieter verlangen außerdem Gebühren für die Vertragsauflösung oder Rückabwicklung.
Bevor du kündigst, solltest du genau prüfen, wie hoch die Rückzahlungen und Abgaben sind. So erkennst du, ob das verbleibende Guthaben nach allen Kosten sinnvoll nutzbar ist.
Unter bestimmten Bedingungen lohnt sich die sofortige Kündigung besonders: Wenn du den Vertrag nicht bis zur Rente halten möchtest oder das Kapital selbst in renditestarke Anlagen investieren willst, kannst du so Steuern sparen und Förderungen gezielt nutzen.
Doch ein späterer Ausstieg aus der Riester-Rente?
Ein späterer Ausstieg aus der Riester-Rente kann finanziell besonders attraktiv sein. Die Inflation reduziert über die Jahre den Wert des Geldes. Rückzahlungen der Zulagen erfolgen in „realen“ Euro und fallen damit niedriger aus als bei einer sofortigen Kündigung.
Zudem bringen steuerliche Vorteile langfristige Effekte: Während der Ansparphase hast du Steuervergünstigungen genutzt. Bei der Auszahlung im Alter werden die Rentenleistungen oft zu einem geringeren Steuersatz versteuert. So sinkt die Gesamtbelastung und deine Rendite steigt.
Die optimale Entscheidung hängt von deinem individuellen Steuersatz, der Inflation und deiner Lebensplanung ab. Ein Vergleich mit Alternativen wie einem ETF-Sparplan zeigt, ob die Riester-Rente trotz möglicher Nachteile weiterhin attraktiv ist.
Zusammengefasst: Inflation, Steueroptimierung und mögliche Rentenerhöhung sprechen häufig für den späteren Ausstieg. Mit einer sorgfältigen Berechnung findest du die Strategie, die für deine Situation die beste Rendite bringt – und kannst deine Riester-Rente clever beenden.
Was ist mit den Steuervorteilen und Zulagen bei Kündigung?
Bei einer Kündigung der Riester-Rente musst du die bisher erhaltenen staatlichen Zulagen zurückzahlen. Auch Steuervergünstigungen aus der Ansparphase werden fällig. Die Rückforderung erfolgt gesetzlich geregelt meist direkt mit der Vertragsauflösung.
Die Zulagen dienen als staatliche Förderung, die bei Einhaltung der Vertragsbedingungen erhalten bleibt. Bei vorzeitiger Kündigung gelten sie als „Staatsdarlehen“ und müssen verzinst zurückgezahlt werden. Dadurch kann sich die Rückzahlung deutlich erhöhen.
Zusätzlich entfällt der Zinsvorteil auf das angesparte Kapital. Die bisher geförderten Beträge haben über die Jahre Rendite erwirtschaftet, die mit der Kündigung verloren geht.
Eine genaue Prüfung der Rückzahlungssumme zeigt, ob die Kündigung finanziell sinnvoll ist. Oft ist ein späterer Ausstieg oder ein Stilllegen des Vertrags vorteilhafter, um Steuervorteile und Zulagen optimal zu nutzen.
Rechenfehler vermeiden: Mein Riester war besser als gedacht
Oft unterschätzt du, wie gut die Riester-Rente wirklich sein kann. Dein persönlicher Vertrag könnte dir eine höhere Rente sichern, als du annimmst. Dabei hilft ein genauer Vergleich mit alternativen Anlagen, etwa einem ETF-Sparplan.
Im Unterschied zu reinen Aktienfonds sind bei der Riester-Rente Zulagen und Steuervorteile inklusive. Diese können deine Gesamt-Rendite deutlich steigern. Zudem ist die Steuerlast im Alter meist niedriger. Das bedeutet: Deine tatsächlichen Einnahmen aus der Riester-Rente können besser sein, als einfache Kalkulationen zeigen.
Ein konkretes Rechenbeispiel aus meiner Praxis:
Ich bin Beamter, 1980 geboren, gut versorgt. Meine Altersbezüge werden solide ausfallen. Schon heute investiere ich lieber selbst – in ETFs, Fonds und Immobilien. Die monatliche Riester-Rente bringt mir später kaum Vorteile. Sie ist steuerpflichtig, starr und unflexibel.
Die Zahlen im Überblick:
Eigenbeiträge bisher: ca. 16.000 €
Zulagen gesamt: ca. 3.500 €
Steuerersparnis: ca. 3.500 €
Depotwert zum Rentenbeginn (geschätzt): 100.000 €
Rückzahlung bei Kündigung mit 63: nur Zulagen + Steuerersparnis = ca. 7.000 €
Verbleibend für mich: ca. 93.000 € – steuerfrei
Effektive Steuerlast auf Kursgewinn: 0 %
Mein Fazit:
Ich profitiere von der Strategie „Riester clever kündigen“, weil
ich keine Zusatzrente brauche,
mein Steuersatz im Alter hoch bleibt,
ich mehr Netto erhalte als bei einem ETF-Investment (dort 25 % Kapitalertragsteuer)
und ich die Rückzahlung später durch Inflation real abmildern kann.
Für mich ist die Kündigung kurz vor Rentenbeginn die beste Wahl.
Für wen lohnt sich die Riester-Rente wirklich nicht?
Die Riester-Rente ist nicht für jeden vorteilhaft. Besonders wenn dein Einkommen niedrig ist oder du keine Zulagen mehr bekommst, kann sich die Riester-Rente kaum rechnen. Auch bei Partnern mit geringer Rente und hohen Rückzahlungen ist Vorsicht geboten.
Ein Beispiel: Meine Partnerin
Sie arbeitet Teilzeit, verdient ca. 20.000 € brutto im Jahr und zahlt nur den Mindestbeitrag von 60 € jährlich. Die Kinderzulagen laufen über sie. Später wird sie eine kleine gesetzliche Rente bekommen – private Vorsorge ist für sie wichtig.
Die Zahlen im Überblick:
Eigenbeiträge: 1.080 € (60 € × 18 Jahre)
Grundzulagen: 3.150 € (175 € × 18 Jahre)
Kinderzulagen: 5.400 € (300 € × 18 Jahre)
Gesamte Förderung: 8.550 €
Guthaben bei Kündigung (geschätzt): ca. 10.000–11.000 €
Rückzahlung bei Kündigung: fast 85–90 % des Guthabens
Steuerersparnis: gering (5–15 €/Jahr), aber auch zurückzuzahlen
Ihre Bewertung:
Für sie wäre eine Kündigung ein finanzielles Desaster.
Sie hat kaum eigenes Kapital angespart. Fast alles stammt aus Förderung. Bei einer Kündigung bliebe ihr praktisch nichts. Die monatliche Riester-Rente mag klein sein – aber sie ist zuverlässig und steuerlich tragbar.
Für sie lohnt es sich, den Vertrag zu behalten und später verrenten zu lassen.
Faustregel: Wann du die Riester-Rente clever beendest
Es gibt einfache Merksätze, die dir bei der Entscheidung helfen. Zum Beispiel: Kündige nie vor Renteneintritt, wenn du noch Zulagen erhalten hast. Denn das führt zur Rückzahlung der Förderung. Stattdessen lohnt sich oft ein späterer Ausstieg oder das Stilllegen des Vertrags.
Eine Ampelregel kann Klarheit schaffen:
🟢 Grün: Du bekommst Förderung, deine Steuerlast im Alter sinkt → behalten
🟡 Gelb: Du bist unentschlossen, hast Alternativen → rechnen
🔴 Rot: Keine Förderung mehr, hohe Steuerlast im Alter → kündigen
Zwei Beispiele machen das deutlich:
- Beamter, gute Versorgung: Rückzahlung von 7.000 €, aber 93.000 € steuerfrei behalten – Kündigung vor Rentenstart lohnt sich!
- Teilzeitkraft mit Kinderzulagen: Fast das gesamte Guthaben stammt aus Förderung – Kündigung wäre finanziell fatal!
Diese Faustregeln sind keine Garantie, sondern Orientierungshilfen. Jeder Fall ist individuell. Deswegen ist eine genaue Berechnung nötig. Eine Infografik kann dir dabei helfen. Nutze diese Entscheidungshilfen, um Risiken zu minimieren und deine Riester-Rente clever zu beenden.
Fuchs-Fazit: Die Riester-Rente clever beenden – ja oder nein?
Die Riester-Rente clever zu beenden, ist keine einfache Entscheidung. Sie hängt stark von deiner individuellen Situation ab. Dabei spielen Inflation, Steueroptimierung und persönliche Ziele eine große Rolle.
Oft lohnt sich ein späterer Ausstieg oder das Stilllegen des Vertrags mehr als eine sofortige Kündigung. Denn so vermeidest du Rückzahlungen der Zulagen und nutzt Steuervorteile besser aus. Wenn du jedoch keine Förderung mehr erhältst oder deine persönliche Rendite negativ ist, kann eine Kündigung sinnvoll sein. Wichtig ist, dass du deine Zahlen genau prüfst und Rechenfehler vermeidest.
Nutze meine Tipps, um für dich die beste Entscheidung zu treffen. So kannst du deine Riester-Rente wirklich clever beenden – zum Vorteil deiner Altersvorsorge.
Mehr vom Kapitalfuchs – vielseitig, echt und persönlich
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hi! Warum sollten die 93.000 Euro steuerfrei sein?
Guter Punkt – das klingt im ersten Moment tatsächlich ungewöhnlich.
Aber genau darin liegt der strategische Vorteil:
Wenn ich den Riester-Vertrag, vor der Auszahlung kündige und die staatlichen Zulagen sowie die steuerlichen Vorteile vollständig zurückzahle, wird das Vertragsguthaben steuerlich neutral behandelt.
Damit gilt es als Eigenkapital, das ich einfach ausgezahlt bekomme.
Da in diesem Moment keine „Veräußerung“ im steuerlichen Sinn stattfindet, fällt auch keine Kapitalertragsteuer an.
– Keine nachgelagerte Besteuerung (wie bei Renten).
– Keine Abgeltungsteuer, weil du nicht realisierst, sondern umwandelst.
– Brutto = netto
Dennoch gilt, dass hier keine Finanz- und keine Steuerberatung erfolgt!