Über mich – Mein Weg
Jeder Mensch wird von seinen Erfahrungen geprägt. Meine Geschichte beginnt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in einem kleinen schwäbischen Dorf. Geldsorgen, Schule, Selbstzweifel, Polizei, Familie und Musik haben meinen Weg geprägt und mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.
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Über mich, Kapitalfuchs und mein Weg
Diese Seite ist keine klassische „Über mich“-Zusammenfassung, sondern ein strukturierter Blick auf meinen Weg. Sie verbindet persönliche Erfahrungen mit den Entwicklungen, die mich beruflich, finanziell und menschlich geprägt haben.
Der Hintergrund ist einfach: Viele Entscheidungen im Leben wirken im Moment isoliert. Erst im Rückblick entsteht ein Zusammenhang. Genau diesen Zusammenhang bildet die folgende Struktur ab.
Die Inhalte sind in mehrere Teile gegliedert, weil mein Weg nicht linear war. Herkunft, Schule, Beruf, Familie, Vermögensaufbau und persönliche Entwicklung stehen nicht getrennt voneinander, sondern greifen ineinander. Jeder Abschnitt zeigt einen anderen Einfluss auf das, was heute meine Haltung bestimmt.
Dabei geht es um reale Erfahrungen, mit klaren Brüchen, Umwegen und Entwicklungen. Manche Phasen waren geprägt von Unsicherheit, andere von Leistung und Fortschritt. Entscheidend ist die Gesamtrichtung, nicht nur der einzelne Moment.
Kapitalfuchs ist dabei kein separates Projekt außerhalb dieses Weges, sondern ein direkter Ausdruck daraus. Die Themen, die hier behandelt werden, sind nicht theoretisch gewählt, sondern aus dem Leben entstanden: aus Arbeit, Verantwortung, Fehlern, Entscheidungen und finanzieller Entwicklung.
Die folgenden Teile zeigen diesen Weg Schritt für Schritt. Von der Herkunft über Schule und Beruf bis hin zu finanzieller Unabhängigkeit und der Frage, warum ich heute schreibe, was ich schreibe.
Herkunft prägt, bestimmt aber nicht ein Leben lang
Ich bin in einem kleinen schwäbischen Dorf auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Arbeit gehörte von Anfang an zu meinem Alltag. Meine Eltern arbeiteten praktisch jeden Tag des Jahres, trotzdem war Geld bei uns immer ein Thema. Finanzielle Sicherheit gab es nicht. Stattdessen musste ich miterleben, wie immer wieder Flächen verkauft wurden, um Schulden der Bank zu tilgen. Fehlende Finanzbildung, wirtschaftliche Fehlentscheidungen und die daraus entstehenden Spannungen prägten unsere Familie zudem über viele Jahre.
Gleichzeitig war meine Kindheit aber auch nicht nur von Sorgen geprägt. Wir Kinder waren viel draußen unterwegs, spielten Fußball, bauten Verstecke und erkundeten mit dem Fahrrad die Umgebung. Internet gab es damals nicht. Ein Highlight war der Nachbar mit seinem Computer. Trotzdem wusste ich früh, dass Wünsche meist mit Arbeit verbunden waren und auch nicht alle Wünsche erfüllt werden können.
Menschen, die meinen Weg verändert haben
Rückblickend war meine Oma dabei eine der wichtigsten Personen. Obwohl sie selbst wenig hatte, verschaffte sie mir immer wieder kleine Möglichkeiten, eigenes Geld zu verdienen. Ein Erlebnis ist mir besonders in Erinnerung geblieben. An einem Weihnachtsabend bat eine Bettlerin bei meiner Oma um Hilfe. Sie erhielt anstatt gefordertem Geld etwas zu essen, warf es draußen jedoch sofort weg. Damals verstand ich die Hintergründe nicht vollständig. Trotzdem blieb die Erkenntnis hängen, dass nicht jede Geschichte so ist, wie sie zunächst erscheint.
Vorbilder gab es in meiner Kindheit kaum. Erst viele Jahre später erfuhr ich, dass mein Onkel bereits einen Weg gegangen war, den in unserer Familie niemand für möglich gehalten hatte. Er verließ früh sein gewohntes Umfeld, machte beruflich Karriere, erreichte finanzielle Freiheit und engagiert sich bis heute ehrenamtlich. Seine Geschichte zeigte mir rückblickend, dass Herkunft zwar prägt, den eigenen Lebensweg aber nicht festlegt.
Aus all diesen Erfahrungen entstand eine Überzeugung, die mich bis heute begleitet: Geld allein macht nicht glücklich. Fehlendes Geld kann jedoch viele Probleme verursachen. Genau deshalb wurde finanzielle Bildung für mich später zu einem der wichtigsten Werkzeuge auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung.
Schule, Selbstzweifel und Potenzial
Meine Schulzeit begann alles andere als erfolgreich. In der Grundschule und später in der Hauptschule gehörte ich selten zu den Schülern, auf die man große Hoffnungen setzte. Stattdessen stand ich als Klassenclown häufig vor der Klassenzimmertür, weil ich den Unterricht störte. Dazu kam ein Sprachfehler, der regelmäßige Besuche beim Logopäden notwendig machte.
Besonders belastend waren jedoch nicht die schlechten Noten, sondern das Gefühl, weniger wert zu sein. Manche Lehrer machten keinen Hehl daraus, was sie von Kindern aus solchen Verhältnissen hielten. Einer davon wohnte sogar in meiner Nachbarschaft und nutzte jede Gelegenheit, meine Geschwister und mich zu gängeln. Solche Erfahrungen hinterlassen Spuren und prägen das Selbstbild weit über die Schulzeit hinaus. In fast jedem Zeugnis fanden sich die gleichen Formulierungen und Sätze.
Der entscheidende Wendepunkt kam in der 7. Klasse. Dort traf ich auf eine Lehrerin, die etwas in mir sah, was es bis zu diesem Zeitpunkt niemand tat, mich eingeschlossen. Sie war konsequent, aber fair. Vor allem vermittelte sie mir einen Gedanken, der mich bis heute begleitet: Für mein Leben bin ich selbst verantwortlich. Niemand sonst.
Sie machte mir klar, dass Herkunft keine Ausrede sein darf und dass ich deutlich mehr erreichen kann, als ich mir damals selbst zutraute. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass jemand wirklich an mich glaubte. Sie fand den richtigen Zugang zu mir. Ich vertraute ihr – und begann langsam, auch an mich selbst zu glauben. Dazu gehörte auch, dass ich zum ersten Mal meine Hausaufgaben machte oder sogar zusätzlich was lernte. Es ist überhaupt erstaunlich wie jemand einen Schulabschluss erreichen kann der 80% der Unterrichtszeit vor dem Klassenzimmer verbracht und zudem auch zuhause nichts gelernt hatte.
Am Ende schaffte ich aber den qualifizierenden Hauptschulabschluss. Die Basis für alles Weitere und den zweiten Bildungsweg. Für mich war es der erste echte Beweis, dass die Einschätzungen anderer nicht über mein Leben entscheiden müssen. Aber auch, dass es manchmal nur einen kleinen Funken, bei mir in Form meiner Lehrerin bedarf, um sehr vieles selbst über die vorgegebenen Grenzen hinweg erreichen zu können.
Leistung verändert die eigene Identität
Nach der Schule begann ich zunächst eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker bei einem großen Industrieunternehmen. Die schulischen Ergebnisse verbesserten sich langsam, aber stetig. Gleichzeitig wurde ich natürlich auch reifer und begann, Zusammenhänge im Arbeitsleben besser zu verstehen.
Mir war bewusst, dass ich aus meiner Kindheit gewisse schulische Defizite und insbesondere in meinem Selbstbewusstsein und in meinem Selbstwert mitbrachte. Diese ließen sich nicht einfach ausgleichen, aber ich lernte, damit umzugehen. Schritt für Schritt entstand daraus ein stabileres Selbstbild und mehr Sicherheit im eigenen Handeln.
Wir waren rund 15 auszubildende die die Lehre erfolgreich abgeschlossen hatten. Nach 2 weiteren Jahren war ich der Einzige aus meinem Jahrgang, der im Unternehmen übernommen auch weiterhin beschäftigt wurde und bereits mit wenig Berufserfahrung an Maschinen mit sehr viel Verantwortung eingesetzt wurde. Ich arbeitete im Akkord und verdiente zum ersten Mal gutes Geld. Diese Phase war wichtig, weil sie mir zeigte, dass Einsatz tatsächlich zu Ergebnissen führt. Man muss den Zusatzschritt schon gehen, wenn man auch einen Schritt voraus sein möchte.
Trotzdem blieb das Gefühl, dass dieser Weg nicht dauerhaft zu mir passt. Die Arbeit wurde monoton und ich begann, über Alternativen nachzudenken. Meisterschule, Techniker oder ein kompletter Neuanfang standen im Raum.
Der entscheidende Bruch kam über einen komplett anderen Weg. Es bestand die Wehrpflicht. Durch die Musterung wurde ich als T1 eingestuft und hatte zu befürchten, dass ich keinen lockeren Job bei der Bundeswehr bekommen könnte.
Es gab auch andere Wege
In dieser Zeit wurde ich auch ein Zufallsopfer eines Gewaltverbrechens. Ich sah aber, dass es auch anders hätte laufen können. Genau so wie bei den Tätern. Schlechtes Elternhaus, schlechte schulische Leistungen, Migration, „er hatte ja keine andere Möglichkeit das arme Kind“. Am Ende bekam er und seine Freunde eine sehr geringe Jugendstrafe. Beim Verlassen des Gerichtssaals bekam ich dafür ein freundliches und hämisches Lächeln von ihm. Dabei entstand in mir der Wunsch, etwas zu tun, etwas zu ändern. Es entstand in mir der Wunsch die Welt ein kleines bisschen gerechter zu machen. Ich überlegt wie ich das denn anstellen könnte.
So rückte die Polizei in den Fokus. Gegen den Rat vieler im Umfeld entschied ich mich bewusst dafür es zumindest zu versuchen. ich entschied mich trotz der Bedenken, dass ich als Klassenclown ungeeignet bin, dass ich in der Hauptschule im Fach Deutsch bestenfalls eine 4 hatte. Außerdem hatte meine Herkunft eine Beamtenlaufbahn ja irgendwie auch nie vorgesehen. Was hatte ich aber zu verlieren? Die Bundeswehr rufte, ich sah mich schon mit 20 Kg Marschgepäck den Berg hoch rennen, runter und wieder hoch. Nein, ich wollte nicht zur Bundeswehr. Außerdem wollte ich ja weiter für mehr Gerechtigkeit sorgen. Selbst die Sache in die Hand nehmen wollte ich und nicht mehr so fremdbestimmt sein wie vor Gericht als Gewaltopfer.
Meine gesundheitlichen Voraussetzungen und unerreichbar geglaubte Erfolge
Der Gesundheitstest war so eine kleine Hürde. Den ich hatte Psoriasis. Eine eigentlich unbedenkliche Hauterkrankung die jedoch symptomatisch wie Neurodermitis aussieht. Ein Ausschließungsgrund bei der Polizei. Ich hatte jedoch keinen Schub und somit war es auch nicht ersichtlich. Der Einstellungstest war im Sprachbereich nicht so gut gelaufen, aber ich erreichte im Bereich Logik eine Gesamtnote von 1,0. Ich glaube ja immer noch, dass die sich verschaut hatten. Ich der Klassenclown eine 1,0. Ich hatte noch nie eine . Ich hatte aber auch nie Tests in diesem Bereich. Vielleicht war aber auch das meine einfach nur meine verborgene Stärke. Dieser Moment war mehr als ein Ergebnis. Er war der erste klare Beweis, dass ich Leistungsfähigkeit unabhängig von meiner Herkunft zeigen kann. Und auch dass ich mich gegen Mitbewerber mit höherem Schulabschluss durchgesetzt hatte.
Sinn statt Karriere
Der Einstieg bei der Polizei war kein Selbstläufer. Die Ausbildung in den frühen 2000er-Jahren war fachlich anspruchsvoll und in vielen Bereichen auf Gymnasialniveau ausgelegt. Plötzlich saß ich neben Bewerbern, die eine deutlich bessere schulische Ausgangslage hatten. Es war schwer für mich, schwerer als für die anderen. Die ganzen Gesetze, plötzlich viel Theorie statt Praxis. Viel auswendig lernen. Das waren nie meine Stärken. Und ich versuchte auch weiterhin meine Herkunft und meinen niedrigen schulischen Bildungsstand versteckt zu halten. Ich schämte mich für was, für das ich mich eigentlich hätte nicht schämen müssen.
Die Ausbildung verlief solide. Ich arbeitete mich Schritt für Schritt hinein und konnte in Prüfungen immer wieder auch ehemalige Gymnasiasten hinter mir lassen. Es war ein kontinuierlicher Prozess des Wachsens. Ich schloss im unteren Mittelfeld ab und war zufrieden. Ich hate es allen gezeigt die mir das nicht zugetraut haben. Leider veränderte das aber privat auch etwas das Verhältnis mit ehemaligen Wegbegleitern. Warum? Weil ich nun beruflich etwas Anderes machte als bisher. Weil ich im Sozialgefüge aufgestiegen bin. Weil ich es mir selbst bewiesen hatte. Durch die Ausbildung bei der Polizei und meine Ausbildung hätte ich sogar das Fachabitur in der Tasche gehabt wenn ich in Fremdsprachen etwas besser gewesen wäre. Es ärgerte mich zunehmend, dass ich nicht schon viel früher den Sinn des „Lebenssystems“ erkannt hatte. Aber egal ich war zufrieden.
Nach der Ausbildung bei der Polizei
Danach folgten Stationen in einer geschlossenen Einheiten. Die führten mich zu interessanten Jobs. Einsätze in lebensbedrohlichen Lagen, wie zum Beispiel bei der „1. Mai Randale in Berlin“. Es waren erste Konfrontationen mit Lebensereignissen die mein bisheriges Weltbild stark prägten. So die Situation als wir eine Todesnachricht überbringen musste. an eine Frau die gerade ihren Freund bei einem Verkehrsunfall verloren hatte. Beide waren etwa in unserem Alter. Ich erfuhr jedoch auch, dass man manchmal einfach nur für Reden Geld bekommt. Ich stellte fest man muss nicht immer nur etwas mit den Händen erschaffen wie es noch in meinem vorherigen Beruf in der Industrie war. Aufgrund eines im Dienst erlittenen Pfeiferischen Drüsenfiebers und schwerer Lungenerkrankung war ich einige Monate außer Gefecht gesetzt und es drohte die vorzeitige Entlassung aus dem Polizeidienst. Das obwohl ich meine Gesundheit für den Dienst gegeben hatte? Egal, es wäre nicht gerecht, also kämpfte ich mich zurück und wurde in den Streifendienst auf meiner heimischen Dienststelle versetzt. Hierbei erfuhr ich durch Kollegen, dass Einnahmen alleine nicht ausreichen, wenn man die Ausgabenseite nicht auch optimiert. Persönlich erlebte ich immer mehr Schicksale in Familien die auf Geldsorgen gründen.
Vom Klassenclown und Nachsitzer zum Akademiker
Im Jahr 2014 wechselte ich zur Kriminalpolizei. Hierbei war ich insbesondere mit Todesfallermittlungen beauftragt. Ein Bereich der mir nicht gefiel und irgendwie auch nicht sonderlich beanspruchte. Aber es war die Voraussetzung um einen anderen Posten zu erhalten. Also wurde erneut durchgezogen. 2016 begann ich daraufhin ein Studium an der Polizeihochschule. Da ich aber kein Fachabitur hatte muss ich vorher aber in ein Vorstellungsgespräch. Selbst mit Anfang 30 wurde ich mit meiner Herkunft und meinen Kindheitsfehlern konfrontiert. Aber ich stelle auch fest, dass das Leben eine erneute Chance bereit hält. Wenn ich ehrlich bin, war genau das eines meiner persönlichen Ziele. Ich wollte mit einem akademischen Grad allen Zweiflern zeigen, dass sie sich geirrt hatten. Dass aus dem Nachsitzer in der Schule, dem man nichts zugetraut hatte am Ende doch etwas wurde. Es war also wirklich alles möglich. Vorausgesetzt man geht den Extraschritt. Die Studienzeit war soweit auch voll in Ordnung. Ich beschäftigte mich jedoch mehr mit der Thematik „Steuererklärungen“ als mit den Gesetzen über Strafrecht. Meine Lieblingsfächer im Studium waren Psychologie, Soziologie und Politik. Viele konnte damit wenig anfangen. Ich begriff jedoch, dass vieles was wir erleben, wahrnehmen, denken und machen eigentlich einer recht einfachen Logik folgte und in vielen Bereichen des Lebens angewandt werden konnte, nicht nur im Dienst oder bei der Polizei.
Nach dem Studium und was ich jetzt mache
2018 kehrte ich zurück in den kriminalpolizeilichen Bereich. Dort übernahm ich zunächst die Bearbeitung von Kapitaldelikten wie Mord, Totschlag, Brand- und Sexualdelikten. Meine Hauptaufgabe waren Brandermittlungen und Betriebsunfälle. Eine sehr interessante Tätigkeit. Nicht nur dass ich mein Wissen aus der Landwirtschaft und meinem ersten Beruf einbringen, sowie meine Fähigkeit im logischen Denken konnte. Jeder Fall ist einzigartig und man muss sich mit neuen Situationen beschäftigen. Ein Wohnungsbrand ist anders als der in einem Industriebetrieb. Später kam das Tätigkeitsfeld im Rotlichtmilieu hinzu. Ein Bereich der bei uns verwaist war und kaum strukturiert war. Ich fing auch hier bei Null an und baute mir nicht nur ein Netzwerk, sondern auch neue Fähigkeit auf. Dann wurde eine Gruppenleiterstelle frei auf die ich mich beworben hatte. Heute leite ich eine Ermittlungsgruppe zur Bekämpfung von Kinderpornographie. Ein sehr spezieller Bereich. Er gefällt mir nicht wirklich. Aber ich habe ihn angenommen um den entsprechenden Posten zu erhalten.
Mit der Zeit verändert sich zunehmend meine Haltung zur Arbeit und Dienst selbst. Bürokratische Strukturen, starre Systeme und der ständige Druck formaler Bewertungen stehen oft im Gegensatz zu meiner pragmatischen Art zu arbeiten. Dazu eben der psychisch sehr belastende Bereich in dem ich arbeite. Gleichzeitig hat sich durch finanzielle Unabhängigkeit etwas Grundlegendes verändert: Ich bin nicht mehr gezwungen, diesen Weg zu gehen. Ich gehe ihn, weil ich ihn bewusst wähle.
Heute steht für mich auch nicht mehr das Einkommen im Vordergrund, sondern die Wirkung. Menschen helfen, Verantwortung übernehmen und einen Beitrag leisten, der Sinn ergibt. Das ist der Kern meiner Arbeit – unabhängig von Position oder Titel.
Familie, Freiheit und Lebensqualität
Meine Familie ist einer der wichtigsten Anker in meinem Leben. Viele Entscheidungen, die ich heute treffe, haben ihren Ursprung im Wunsch, Zeit und Raum für die Menschen zu haben, die mir wirklich wichtig sind. Freiheit bedeutet für mich deshalb nicht Tempo oder Erlebnis, sondern vor allem Ruhe, Zeit und die Möglichkeit, im entscheidenden Moment da zu sein.
Meine Kindheit hat mir früh gezeigt, wie stark finanzielle Rahmenbedingungen den Alltag bestimmen. Fehlende Rücklagen erzeugen Druck, Stabilität schafft dagegen Gelassenheit. Diese Erfahrung hat auch meinen Blick auf die eigene Familie geprägt. Ich wollte bewusst ein Umfeld schaffen, in dem Sicherheit und Verantwortungsbewusstsein selbstverständlich sind. Mein Sohn übernimmt heute bereits kleine Aufgaben im Alltag, nicht aus Pflicht, sondern weil er versteht, dass Verantwortung dazugehört.
Mit der Zeit wurde mir klar, dass Karriere oder Status nie die eigentlichen Ziele waren. Entscheidend war immer ein Leben, das funktioniert, ohne zu überfordern. Ein Leben, das körperlich und mental stabil bleibt und echte Wahlfreiheit ermöglicht.
Zwischen den Polen von Schwaben und dem Meer spiegelt sich für mich ein Stück Lebensgefühl wider. Auf der einen Seite Bodenständigkeit, Verlässlichkeit und Heimat. Auf der anderen Seite Weite, Ruhe und Perspektivwechsel. Freiheit bedeutet für mich, diese Gegensätze nicht auflösen zu müssen, sondern beide Seiten leben zu können.
Finanzielle Unabhängigkeit ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug. Sie schafft den Rahmen, Entscheidungen ohne äußeren Druck zu treffen und den eigenen Weg bewusst zu gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Familie – alles andere ordnet sich diesem Kern unter.
Das Hobby, das Geld verdient
Musik begleitet mich seit meiner Kindheit. Der Einstieg erfolgte über den örtlichen Musikverein, in dem ich Schlagzeug gelernt habe. Schon früh war es mehr als nur ein Zeitvertreib. Es war ein Ausgleich zum Alltag und ein Raum, in dem ich abschalten konnte.
Mit der Zeit wurde aus dem Hobby ein kleiner Nebenberuf. Ich spielte auf Festen, in Hallen und bei Veranstaltungen unterschiedlichster Art. Daraus entstanden nicht nur Auftritte, sondern auch Begegnungen, Erfahrungen und ein zusätzliches Einkommen, das sich gut in mein Leben integrieren ließ.
Musik war für mich nie ein klassischer Karriereweg. Vielmehr war es die Kombination aus Leidenschaft und Ausgleich. Etwas zu tun, das Freude macht und gleichzeitig einen finanziellen Beitrag leistet, war für mich immer ein besonderer Wert.
Während der Corona-Zeit wurde dieser Bereich vollständig unterbrochen. Keine Auftritte, keine Proben, keine Veranstaltungen. Erst in dieser Phase wurde mir bewusst, wie sehr Musik nicht nur Freizeitgestaltung, sondern ein fester Bestandteil meines Lebens ist.
Heute ist Musik kein Hauptfokus mehr, aber sie bleibt ein wichtiger Teil. Nicht als Verpflichtung, sondern als bewusste Entscheidung. Sie schafft Balance, insbesondere neben einem beruflich fordernden Alltag.
Was bleibt, ist die einfache Erkenntnis: Ein Hobby muss nicht nur Kosten verursachen. Es kann sich entwickeln, wachsen und im besten Fall sogar einen eigenen wirtschaftlichen Beitrag leisten, ohne seinen eigentlichen Charakter zu verlieren.
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