Der Existenzialismus: Warum dein Leben nur dir gehört
Warum treffen viele Menschen Entscheidungen, obwohl sie sich dabei nicht wirklich frei und wohl fühlen? Warum folgen wir oft alten Gewohnheiten, Erwartungen oder äußeren Vorgaben, obwohl wir unser Leben viel lieber nach unseren Bedürfnissen selbst gestalten möchten? Der Existenzialismus könnte ein Ansatz sein für Selbstbestimmung, Verantwortung und freie Entscheidungen sein.
Für Schnellleser – die wichtigsten Punkte

Was ist Existenzialismus? Die Philosophie des eigenen Lebens
Der Existenzialismus ist eine philosophische Strömung, die den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt stellt. Dabei geht es um grundlegende Fragen: Wer bin ich? Welchen Sinn hat mein Leben? Und wie soll ich handeln, wenn es keine festen Antworten gibt?
Seine Wurzeln liegen im 19. Jahrhundert. Besonders geprägt wurde der Existenzialismus jedoch im 20. Jahrhundert durch Denker wie Jean-Paul Sartre, Albert Camus und Martin Heidegger. In einer christlichen Ausprägung wurde der Existentialismus dabei auch von Gabriel Marcel vertreten.
Ein zentraler Gedanke lautet: Die Existenz geht der Essenz voraus. Der Mensch wird also nicht mit einer festen Bestimmung geboren. Stattdessen entwickelt er seine Persönlichkeit und seine Werte durch Erfahrungen und Entscheidungen.
Damit unterscheidet sich der Existenzialismus deutlich von Weltbildern, die einen vorgegebenen Lebensplan annehmen. Der Mensch steht selbst im Mittelpunkt und muss seinen eigenen Weg finden.
Genau diese Freiheit macht den Existenzialismus spannend. Gleichzeitig entsteht dadurch eine große Verantwortung, denn jede Entscheidung beeinflusst, wer du wirst.
Die Grundgedanken des Existenzialismus: Freiheit, Verantwortung und Sinn
Im Mittelpunkt des Existenzialismus stehen drei zentrale Gedanken: Freiheit, Verantwortung und die Suche nach Sinn.
Die Freiheit bedeutet dabei nicht nur, tun zu können, was man möchte. Vielmehr bedeutet sie, dass der Mensch ständig Entscheidungen treffen muss. Auch wenn du dich nicht entscheidest, triffst du eine Entscheidung.
Daraus entsteht Verantwortung. Der Existenzialismus geht davon aus, dass du dein Leben nicht vollständig an äußere Umstände abgeben kannst. Deine Handlungen bestimmen mit, welchen Weg du einschlägst. Zum Thema Verantwortung kann ich dir auch meinen Beitrag „Verantwortung – Was sie mit deinem Leben macht“ empfehlen.
Gleichzeitig beschäftigt sich die Philosophie mit der Frage nach dem Sinn des Lebens. Der Existenzialismus geht nicht davon aus, dass es einen automatisch vorgegebenen Sinn gibt. Stattdessen entsteht Bedeutung durch dein eigenes Handeln.
Genau dieser Gedanke macht die Philosophie bis heute relevant. Sie fordert dich auf, dein Leben bewusst zu gestalten.
Existenzialismus und Freiheit: Warum Entscheidungen zählen
Das Wort Freiheit klingt ja zunächst sehr positiv. Doch der Existenzialismus zeigt auch die andere Seite. Freiheit bedeutet nicht nur Möglichkeiten, sondern dadurch immer auch Verantwortung. Denn jede Entscheidung verändert deinen weiteren Weg. Wenn du sparst oder konsumierst, wenn du investierst oder wartest, entstehen natürlich auch unterschiedliche Folgen.
Gerade deshalb vermeiden viele Menschen Entscheidungen. Sie hoffen auf Sicherheit oder eine klare Vorgabe von außen. Der Existenzialismus zeigt jedoch, dass auch Nicht-Handeln eine Entscheidung bleibt. dass die Komfortzone nicht immer die beste und einfachste Wahl ist. Diese Sichtweise kann durchaus auch unbequem sein. Gleichzeitig entsteht daraus aber doch auch eine große Chance. Wer seine Entscheidungen bewusst trifft, gewinnt mehr Einfluss auf sein eigenes Leben. Folglich ein zufriedeneres und selbst bestimmteres Leben.
Dein Alltag zeigt den Existenzialismus deutlicher als gedacht
Das Wort Existenzialismus klingt dabei zunächst nach Philosophie. Tatsächlich begegnet er dir aber jeden Tag. Schon kleine Entscheidungen zeigen, wie du dein Leben gestaltest. Nutzt du deine Zeit bewusst? Planst du deine Finanzen? Verfolgst du deine Ziele?
Gerade beim Thema Geld wird diese Verbindung deutlich. Vermögensaufbau entsteht selten durch eine einzelne große Entscheidung. Vielmehr entsteht er durch viele kleine Handlungen über Jahre. Der Existenzialismus hilft dir dabei, diese Muster sichtbar zu machen. Er zeigt, dass dein heutiges Leben stark mit früheren Entscheidungen verbunden ist.
Existenzialismus und Verantwortung: Der Preis der Freiheit
Der größte Vorteil des Existenzialismus ist gleichzeitig aber auch selbst seine größte Herausforderung. Wer frei entscheidet, trägt selbstverständlich auch die Folgen dieser Entscheidungen. Dabei geht es aber nicht darum, dass jeder Mensch sein Leben vollständig kontrollieren kann. Herkunft, Umfeld und äußere Umstände spielen weiterhin eine wichtige Rolle.
Trotzdem bleibt immer ein Rest an Handlungsspielraum bestehen. Genau diesen Bereich stellt der Existenzialismus in den Mittelpunkt. Besonders im Alltag zeigt sich diese Verantwortung immer wieder.
- Du kannst deine Gewohnheiten verändern.
- Neue Entscheidungen kannst du treffen.
- Und du kannst auch deine Richtung anpassen.
Kritik am Existenzialismus: Wo die Philosophie Grenzen hat
Die Kritik am Existenzialismus richtet sich vor allem gegen die starke Betonung der Eigenverantwortung. Der Ansatz zeigt zwar Handlungsmöglichkeiten auf, berücksichtigt aber äußere Bedingungen teilweise zu wenig. Denn nicht jeder Mensch startet mit den gleichen Voraussetzungen. Bildung, finanzielle Möglichkeiten oder persönliche Umstände beeinflussen, welche Entscheidungen tatsächlich möglich sind.
Außerdem kann die Vorstellung vollständiger Verantwortung zu haben auch zusätzlichen Druck erzeugen. Gerade in schwierigen Situationen hilft nicht immer der Gedanke, jede Entwicklung selbst verursacht zu haben. Trotzdem bleibt der Existenzialismus weiterhin wertvoll. Er zeigt nicht die komplette Realität, aber er macht einen wichtigen Punkt sichtbar: Innerhalb unserer Möglichkeiten haben wir mehr Einfluss, als wir häufig glauben.
Fazit zum Existenzialismus
Der Existenzialismus liefert keine einfache Anleitung für ein perfektes Leben. Genau darin liegt aber seine besondere Stärke. Er gibt dir keine fertigen Antworten, sondern fordert dich auf, eigene Antworten zu entwickeln.
Die zentrale Botschaft lautet:
- Du bist nicht nur Zuschauer deines Lebens.
- Du gestaltest es durch deine Entscheidungen aktiv mit.
Natürlich kannst du nicht jede Situation kontrollieren. Niemand entscheidet über seine Herkunft, seine Chancen oder alle äußeren Umstände. Trotzdem bleibt immer ein Bereich, den du beeinflussen kannst.
Genau dieser Gedanke macht den Existenzialismus auch für den Alltag interessant. Denn viele Entwicklungen entstehen nicht durch eine einzelne große Entscheidung, sondern durch viele kleine Handlungen. Welche Gewohnheiten pflegst du? Wie gehst du mit deinem Geld um? Investierst du in deine Zukunft oder verschiebst du wichtige Entscheidungen immer weiter?
Gerade beim Thema Finanzen wird diese Verbindung deutlich. Vermögen entsteht selten durch Zufall. Es entsteht durch langfristige Entscheidungen, Disziplin und den bewussten Umgang mit Möglichkeiten. Der Existenzialismus erinnert daran, dass Verantwortung nicht nur eine Belastung ist. Sie ist gleichzeitig die Voraussetzung für Veränderung.
Dabei geht es nicht darum, jede Lebenssituation ausschließlich selbst zu bewerten oder sich für alles verantwortlich zu machen. Das wäre eine falsche Schlussfolgerung. Vielmehr geht es darum, den eigenen Handlungsspielraum zu erkennen und ihn sinnvoll zu nutzen.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Philosophie: Dein Leben ist nicht vollständig planbar. Aber du kannst entscheiden, wie du mit deinen Möglichkeiten umgehst. Und genau diese Entscheidungen bestimmen langfristig, welchen Weg du gehst.
Gerade deshalb ist der Existenzialismus auch für finanzielle Entscheidungen interessant. Er gibt keine Antwort darauf, wie viel Geld du besitzen solltest. Er stellt aber die wichtigere Frage: Triffst du deine Entscheidungen bewusst oder folgst du nur Erwartungen und Gewohnheiten?
Quellen
britannica.com, marxist.org zu Satre, Stanford Enzyklopädie der Philosophie
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